Unter dem Titel „China verstehen – Zwischen historischem Trauma und globaler Gestaltungsmacht“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich das moderne China erklären lässt. Dabei ging es zum einen um die historische Prägung durch das sogenannte „Jahrhundert der Schande“, das bis heute das Selbstverständnis und die politische Perspektive des Landes beeinflusst. Zum anderen rückte mit der „Neuen Seidenstraße“ ein zentrales Projekt in den Fokus, an dem sich Chinas heutige globalen Ambitionen besonders deutlich zeigen.
Der Fachtag vermittelte nicht nur fachliche Inhalte, sondern war bewusst interaktiv angelegt. Die Schüler:innen konnten Zusammenhänge diskutieren, Perspektiven vergleichen und ihr Wissen in einen größeren politischen und wirtschaftlichen Kontext einordnen. Gerade für die angehenden Asienkaufleute war dieser Austausch besonders wertvoll, weil er historische Kenntnisse mit aktuellen internationalen Entwicklungen verknüpfte.
Zum Abschluss wurde das Thema in einem globalen Rollenspiel noch einmal besonders anschaulich. Beim „Gipfeltreffen zur Neuen Seidenstraße“ übernahmen die Schüler:innen die Rollen verschiedener internationaler Akteure und simulierten Verhandlungen über ein großes Infrastrukturprojekt. Vertreten waren China, die Europäische Union, Kasachstan, ein internationaler Konzern sowie eine Nicht-Regierungsorganisation mit dem Schwerpunkt Menschenrechte. In den Gesprächen wurde deutlich, wie unterschiedlich Interessen, Erwartungen und Zielsetzungen in solchen Verhandlungen ausfallen können.
Für die Teilnehmenden bot das Planspiel die Möglichkeit, politische und wirtschaftliche Konflikte nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern selbst zu erleben. Der China-Fachtag zeigte damit eindrucksvoll, wie Lernen über Fachgrenzen hinaus gelingen kann: praxisnah, aktuell und im Austausch mit anderen Schulen. Für unsere angehenden Asienkaufleute war die Veranstaltung eine bereichernde Erfahrung, die Fachwissen, Perspektivwechsel und internationales Denken miteinander verbunden hat.