Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei die Gelegenheit, sich mit der historischen Persönlichkeit Oskar Schindlers zu beschäftigen, der durch den Film Schindlers Liste weltbekannt wurde. Gleichzeitig rückte der Workshop auch Emilie Schindler in den Fokus, deren mutiges Handeln und Einsatz für die Rettung von Jüdinnen und Juden oft weit weniger bekannt sind. Gerade dieser Blick auf beide Lebensgeschichten eröffnete den Teilnehmenden neue Perspektiven auf Menschlichkeit, Verantwortung und Zivilcourage.
Besonders wertvoll war, dass die Schülerinnen und Schüler mit Frau Prof. Dr. Erika Rosenberg direkt ins Gespräch kommen konnten. Sie stellten Fragen, diskutierten ihre Eindrücke und setzten sich mit der Bedeutung historischen Handelns für die Gegenwart auseinander. Frau Rosenberg, die 1951 in Buenos Aires geboren wurde, beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Leben der Schindlers. Sie hat Emilie Schindler persönlich kennengelernt und mit ihr zahlreiche Gespräche geführt.
Auch neu entdeckte Briefe und Dokumente, die 1999 auf einem Dachboden in Hildesheim gefunden wurden, spielten im Workshop eine wichtige Rolle. Sie geben Einblicke in die dramatischen Ereignisse der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch in Oskar Schindlers Leben nach dem Krieg. Dadurch wurde deutlich, dass hinter dem bekannten Namen nicht nur eine historische Symbolfigur, sondern ein Mensch mit Widersprüchen, Mut und Haltung stand.
„Gerade solche Veranstaltungen zeigen, wie wichtig historisches Lernen für junge Menschen ist. Wenn Geschichte persönliche Gesichter bekommt, entstehen Verständnis, Verantwortung und der Mut, für Menschlichkeit einzustehen“, betont Raimund Kahl, als Leiter der Fachgruppe Politik.
Für die Klasse BA2A war der Workshop eine eindrucksvolle Gelegenheit, Geschichte nicht nur als vergangenes Geschehen zu betrachten, sondern als Anlass, über eigenes Handeln, gesellschaftliche Verantwortung und Zivilcourage heute nachzudenken.