Wir wollen eine Schule leben,

die offen, freundlich, entwicklungsfähig

und partnerschaftlich ist.

Wir stellen die fachliche Ausbildung

und die persönliche Entwicklung

der Schülerin/des Schülers in

den Mittelpunkt unserer Arbeit.

Wir legen Wert auf verantwortliches

Handeln, Toleranz und Fairness.

Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler

befähigen, Verantwortung im Lernen und

Handeln für sich und andere zu übernehmen.

Europa: Ideen und Kompromisse – Eine Studienfahrt nach Brüssel

Was bedeutet uns Europa? Warum sollten wir uns für ein geeintes Europa einsetzen? Warum sollten wir im Mai 2019 an den Europawahlen teilnehmen? Diese Fragen beschäftigten uns TeilnehmerInnen an der Studienfahrt nach Brüssel vom 04. bis zum 06.11.2018.

Wir, LehrerInnen der unterschiedlichsten Schulformen, Schulleiter und DezernentInnen Niedersachsens sind als Multiplikatoren eingeladen worden, um besonders in Europaschulen die Idee eines geeinten Europas aktuell an die SchülerInnen und LehrerInnen heranzutragen. Besonders die jungen Menschen sollen über die Entwicklung demokratischer Werte aufgeklärt werden, um die Bereitschaft zu steigern, sich auch aktiv – konkret bei der Europawahl – für diese einzusetzen.

In interessanten Gesprächen und Vorträgen haben Parlamentarier und Akteure niedersächsischer Politik uns die Idee Europas nähergebracht. Im Kontext des Rechtsrucks sowie der nationalen und internationalen Instabilitäten war es allen wichtig, die Bedeutung Europas für Frieden und Wohlstand herauszustellen.

So begrüßte uns die niedersächsische EU-Ministerin Birgit Honé überraschend am letzten Tag. Im Brexit sieht sie – neben allen Problemen – die Chance, zu erkennen, was man an Europa habe. Große Sorgen bereite ihr der Rechtsruck, auch in der EU. Wir seien als Demokraten aufgerufen, alles zu tun, junge Leute über die Rolle Europas aufzuklären und die Wahlbeteiligung zu erhöhen, um diesen zu vermeiden.

Die Sorge um einen Rechtsruck im EU-Parlament teilte auch der konservative Abgeordnete Jens Gieseke, der sich beim Besuch dieser Räume spontan zu einem „heißen“ Gespräch zur Verfügung stellte. So rief er uns auf, die EU-Wahl 2019 in den Schulen publik zu machen und besonders die SchülerInnen über den Stellenwert einer Wahlbeteiligung zu informieren. Als Beispiel verwies er auf die britische Jugend, die nach dem Brexit-Referendum empört und verzweifelt feststellen musste, dass sie ihre Beteiligung verschlafen hat. Die Folgen ihres fehlenden Engagements bekommt gerade sie besonders zu spüren.

In einem mitreißenden Vortrag vermittelte uns Rebecca Harms (Grüne) ihre Idee von Europa. Den Vortrag Macrons zur EU an der Sorbonne nahm sie zum Anlass über Gemeinsamkeiten und Differenzen zu diskutieren. Sie sieht den Kompromiss als Motor der EU. Deutschland habe hierbei eine besondere Verantwortung, besonders, weil es nach dem Krieg als gleichberechtigten Partner am Tisch sitzen durfte. Die BRD sollte einstehen für eine Kontinuität eines friedlichen und verantwortungsvollen Europas. Diesbezüglich vermittelte sie uns Zuhörenden ihre Gedanken zu den Themen Stabilität des Euro, gemeinsame Sicherheitspolitik sowie Flüchtlingspolitik.

Ein Besuch des Hauses der europäischen Geschichte vermittelte einen anschaulichen Einblick in die aufklärerischen Grundlagen der europäischen Geschichte, aber auch in die friedensschaffende Leistung nach der Katastrophe der Weltkriege. Für SchülerInnen gibt es eine Vielzahl didaktischer Angebote. Besuch und Führung sind umsonst.

Kritisch wurden wir bei einem Gang über das Europa-Gelände über die Lobbyarbeit sowie deren möglichen Folgen informiert. Auch wenn die Verantwortung letztlich beim einzelnen Parlamentarier/der einzelnen Parlamentarierin liegt, führen die unterschiedlichen finanziellen und methodischen Möglichkeiten der Lobbygruppen aus Ökonomie einerseits und NGOs andererseits zu einer Ungleichbehandlung.

Alles in allem hat uns die ehrliche Sorge der Akteure und das offene Zugehen auf uns überrascht. Diese Menschen wussten, für was sie ihren Appell an uns richten und setzen sich – aus unterschiedlichen Ideen und Haltungen heraus - für einen internationalen Diskurs ein. Europa als Ganzes wird gefährdet durch ein Beharren auf nationalen sowie nationalistischen Interessen. Das haben sie uns deutlich gemacht. Handlungsfähig ist der „Europäer“, der über Partei- und Sprachengrenzen den Kompromiss und den Verhandlungspartner sucht.

Natürlich müssen wir uns über die Ausgestaltung des Projektes EU streiten. Eine Stärkung der rechten Kräfte stellt aber Europa insgesamt in Frage und wirft uns zurück auf ein aggressives Zeitalter nationaler Partikularinteressen.

Indem wir die SchülerInnen unserer Schule für dieses Projekt gewinnen (indem wir bspw.  eine sinnhafte Teilnahme an der Wahl unterstützen), leisten wir und sie einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie.

Kersten Kroppach-Wallenstein

Kersten Kroppach-Wallenstein vor dem Europa Parlament